{"id":1466,"date":"2018-03-31T16:53:16","date_gmt":"2018-03-31T15:53:16","guid":{"rendered":"http:\/\/landpastoral-schoenenberg.eu\/?p=1466"},"modified":"2018-03-31T17:00:38","modified_gmt":"2018-03-31T16:00:38","slug":"von-ostern-her-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/landpastoral-schoenenberg.de\/?p=1466","title":{"rendered":"Von Ostern her sehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1471 alignleft\" src=\"http:\/\/landpastoral-schoenenberg.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_4027-e1522511827552-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/landpastoral-schoenenberg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_4027-e1522511827552-225x300.jpg 225w, https:\/\/landpastoral-schoenenberg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_4027-e1522511827552-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Von Ostern her sehen<br \/>\ndas war ein Spruch, den ein Mitbruder immer wieder gebracht hat.<br \/>\nVon Ostern her sehen.<br \/>\nWarum Ostern? Eigentlich klar. Alles kommt von Ostern her!<br \/>\nF\u00fcr uns Christen ist das Osterfest das wichtigste Fest im Jahr. Ohne Ostern kein Christentum \u2013 keine Christen. Da w\u00e4ren wir nicht was wir sind \u2013 w\u00e4ren wir heute hier nicht zusammen. Das Osterfest ist der zentrale Moment im Kirchenjahr. Von Ostern her definiert sich alles.<br \/>\nAber das ist nur die eine Richtung, denn wir k\u00f6nnen Ostern nur feiern, wenn wir auch den Karfreitag begehen. Ohne Karfreitag kein Ostern.<br \/>\nKarfreitag und Ostern.<br \/>\nEinerseits sind sie sich ganz nah und bedingen sich gegenseitig andererseits sind sie ganz weit von einander weg und dr\u00fccken das totale Gegenteil aus.<\/p>\n<p>Tod und Leben.<br \/>\nDunkel und Licht.<br \/>\nLeid und Freude.<\/p>\n<p>diese Gegens\u00e4tze geh\u00f6ren f\u00fcr uns Christen zusammen. Oft schwierig auszuhalten doch ohne das eine nicht das andere.<br \/>\nSo m\u00fcssen wir als Christen die Zeichen von Ostern her deuten. damit wir verstehen, was die Botschaft der Auferstehung uns sagen will. Wo finden wir diese Zeichen?<\/p>\n<p>Ganz viele Zeichen sind im Johannes Evangelium versteckt \u2013 ich m\u00f6chte nur ein paar andeuten.<br \/>\nMaria Magdalena geht fr\u00fchmorgens zum Grab. Sie geht in der Dunkelheit. In der Dunkelheit entscheidet sich das Leben. Der \u00dcbergang vom Tod zum Leben. Gro\u00dfe Erkenntnisse geschehen auch in der Nacht. So war es ja auch schon fr\u00fcher mit Nikodemus, der in der Nacht das Gespr\u00e4ch mit Jesus gesucht hatte. Auch da hat sich bei Nikodemus f\u00fcr sein Leben viel entschieden.<br \/>\nMaria Magdalene kommt zum Grab und sieht, da\u00df der Stein weggenommen ist. Der Stein als Symbol f\u00fcr Verschlossenheit. Nun ist das Grab ge\u00f6ffnet: nichts ist mehr da, was blockieren kann. Was das neue Leben zur\u00fcckhalten kann.<br \/>\nDann die beiden J\u00fcnger, die zum Grab laufen. Wir Schwaben denken uns da erst einmal nichts. Wenn wir aber das Laufen aus dem Hochdeutschen ins Schw\u00e4bische \u00fcbersetzen, dann hei\u00dft das Rennen. Ja die beiden J\u00fcnger sind ziemlich schnell unterwegs. Aber der andere J\u00fcnger ist schneller als Petrus. Er begreift die Auferstehung schneller als Petrus. Er wei\u00df schneller, was passiert ist. Er hat schneller die Auferstehung begriffen.<br \/>\nAuf ein letztes Zeichen will ich eingehen, das Johannes uns gibt. Es ist das Schwei\u00dftuch. In der Einheits\u00fcbersetzung hei\u00dft es, da\u00df es zusammengebunden an einer eigenen Stelle lag. Diese Stelle kann aber auch \u00fcbersetzt werden, da\u00df es zusammengefaltet an einer anderen Stelle lag. Zum Beispiel die Bibel in gerechter Sprache schreibt zusammengefaltet. Was steckt dahinter? Vor einiger Zeit habe ich dazu einen interessanten Radiobeitrag geh\u00f6rt. Er beschrieb die Tischsitten in Israel \u2013 also der Kulturkreis aus dem Jesus stammte. In Israel ist es \u00fcblich w\u00e4hrend des Essens auch einmal aufzustehen und hinauszugehen. Zum Beispiel eine zu rauchen oder die F\u00fc\u00dfe zu vertreten, damit wieder etwas hineinpa\u00dft. Als Zeichen f\u00fcr das Servicepersonal gilt: ist die Serviette zusammengekn\u00fcllt komme ich nicht zur\u00fcck. Ist die Serviette sch\u00f6n zusammen gefaltet hei\u00dft das ich komme zur\u00fcck.<br \/>\nWenn nun das Schwei\u00dftuch zusammengefaltet im Grab liegt, will uns damit der Evangelist nicht sagen: Jesus kommt zur\u00fcck? Er bleibt nicht im Tod \u2013 er kommt wieder zum Leben. Ich denke eine legitime Deutung.<\/p>\n<p>das sind ein paar Zeichen, die wir als glaubende Menschen bekommen.<br \/>\nEs sind Zeichen, die jeder Mensch erst einmal sieht, die aber nur der glaubende Mensch deuten kann. Aus seinem Glauben heraus.<br \/>\nSo m\u00fcssen wir auch die Zeichen in unserem Leben von Ostern her deuten.<br \/>\nWo sind die Zeichen, die auf Auferstehung, die auf Leben, die auf Licht, die auf Leben hindeuten?<br \/>\nKann ich Ereignisse, die erst einmal negativ erscheinen, positiv deuten? Da\u00df auch im scheinbar Schlimmen Gutes ist.<br \/>\nIch will nichts verharmlosen \u2013 das Schwere und das Leid haben erst einmal ihren Platz, doch gerade als Menschen die von der Auferstehung her leben, von Ostern her leben, bekommen diese Ereignisse einen neuen Sinn.<br \/>\nDazu sagte einmal ein fr\u00fcherer Mesner vom Sch\u00f6nenberg: \u201eKoi Schada wo net au a Nutze dabei isch:\u201c<br \/>\nVon Ostern her sehen. Was ver\u00e4ndert sich? Was ist anders? Ich m\u00f6chte einen Text von Lothar Zenetti dazu zitieren:<\/p>\n<p>Mir ist ein Stein<br \/>\nvom Herzen genommen:<br \/>\nmeine Hoffnung<br \/>\ndie ich begrub<br \/>\nist auferstanden<br \/>\nwie er gesagt hat<br \/>\ner lebt er lebt<br \/>\ner geht mir voraus!<\/p>\n<p>Ich fragte:<br \/>\nWer wird mir<br \/>\nden Stein wegw\u00e4lzen<br \/>\nvon dem Grab<br \/>\nmeiner Hoffnung<br \/>\nden Stein<br \/>\nvon meinem Herzen<br \/>\ndiesen schweren Stein?<\/p>\n<p>Mir ist ein Stein<br \/>\nvom Herzen genommen:<br \/>\nmeine Hoffnung<br \/>\ndie ich begrub<br \/>\nist auferstanden<br \/>\nwie er gesagt hat<br \/>\ner lebt er lebt<br \/>\ner geht mir voraus!<\/p>\n<p>(Ostermorgen<br \/>\nAus: Lothar Zenetti, Auf seiner Spur. Texte gl\u00e4ubiger Zuversicht. Matthias-Gr\u00fcnewald Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2011.)<\/p>\n<p>von Ostern her sehen. Das haben wir als glaubende Menschen \u2013 nicht glaubenden Menschen voraus. Denn wir k\u00f6nnen die Welt und unser Leben im Licht der Auferstehung deuten. Dadurch ist nicht alles gleich gut \u2013 aber es wird gut. Wir sehen als glaubende Menschen mehr als nicht glaubende. Wir m\u00fcssen es nur tun. Daher lade ich ein: La\u00dft uns unser Leben von Ostern her sehen.<\/p>\n<p>P. Jens Bartsch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Ostern her sehen das war ein Spruch, den ein Mitbruder immer wieder gebracht hat. Von Ostern her sehen. Warum Ostern? Eigentlich klar. Alles kommt von Ostern her! 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